Küste
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Das Faszinierende am Angeln auf Meerforellen in der Au ist, dass es kaum etwas Spannenderes gibt, als der Drill eines großen Aufsteigers in der Strömung. Und das Fatale ist, dass es eine ganze Liste von Bedingungen gibt, die allesamt stimmen müssen, bevor man überhaupt in die Nähe einer Situation kommt, in der man einen Aufsteiger drillen könnte. Und wenn dann doch einmal alles stimmt, gibt es immer noch eine ganze Liste von Dingen, die der Angler dabei falsch machen kann.

Von beidem handelt die folgende Liste.

•  Je klarer das Wasser, desto besser funktionieren Fliege, Blinker oder Wobbler. Und je trüber, desto eher braucht man einen Regenwurm.

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•  Tagsüber fängt man nicht schlechter als nachts. (Nur im Hochsommer ist das ein klein wenig anders). Allerdings reagieren die Fische an allen Tagen sensibler als in der Nacht. Je heller der Tag, desto vorsichtiger sollte man sich bewegen und desto mehr Tarnung braucht man am Ufer.

•  Hohes Wasser ist immer besser, weil höherer Wasserdruck die Fische in Bewegung versetzt. Und nur ein Fisch der sich bewegt, ist auch bereit zu beißen.

•  Je niedriger das Wasser, desto erfolgsversprechender ist die Fliege.

•  Das beste Fischen auf Meerforelle ist immer am 1. Tag nach der Schonzeit. Als hätten die Fische in den letzten Monaten vergessen, woran sie einen Haken erkennen können.

•  Wenn das Wasser kälter als 4 Grad ist, geht auch direkt nach der Schonzeit wenig.

•  Wenn das Wasser wärmer als 20 Grad wird, sinken die Chancen ebenfalls gegen Null.

•  Bei klarem Himmel, Hochdruck und Wind von Osten gibt es sinnvollere Tätigkeiten als Angeln zu gehen.

•  Im Juli, wenn das Wetter nach einer Hochdruckphase umgeschlagen hat und es kräftig geregnet hat, besteht die beste Chance auf einen großen Blankfisch.

•  Je niedriger das Wasser desto eher steht der Fisch in der Mitte des Flusses.

•  Es sind prinzipiell immer wieder die gleichen Stellen, an denen der Fisch steht. Allerdings können sich solche Stellen durch Hochwasser oder Erosion auch jedes Jahr wieder ändern.

•  Wenn ein anderer Angler 100 Meter vor mir den Bauchlauf befischt, bedeutet es nicht, dass ich selbst nichts mehr fange.

•  Aufsteiger sollte man eher am Einlauf der Gumpen und hinter den Steinen suchen. Absteiger eher am Auslauf und vor den Steinen.

•  Das wichtigste am Fische Fangen ist der Glaube, dass man es könnte. Nur wer damit rechnet, dass der Fisch in der nächsten Minute beißt, hat die richtige Konzentration und die richtige Sensibilität, um den Köder fischgerecht zu führen und sich am Bach korrekt zu bewegen.

•  Das zweitwichtigste ist Geduld. Ich habe zwei Jahre gebraucht, um meine erste Meerforelle in einer Au zu fangen.

•  Die besten Spinnköder sind Spinner (Silber oder Leuchtfarbe - Gelb oder Orange, Größe 4) und Wobbler (zweigliedrig, schwimmend, 7 - 9 cm, tagsüber Orange, abends dunkel).

•  Meine Lieblingsfliegen (und deshalb wahrscheinlich auch meine erfolgreichsten) sind: Red Tag, Größe 4 - 6, eine ganz schwarzes Muster oder   eine gelb/orange Tubenfliege (mittlere Größe)

•  Der beste, fängigste und universellste Köder für Meerforellen in der Au ist der Regenwurm. Aus diesem Grund ist er an vielen Stellen verboten. Weil das Angeln mit Wurm trotzdem kein Kinderspiel ist, hier die richtige Montage dafür. (Auch wenn viele Puristen jetzt die Nase rümpfen).

Wurmmontage

Wichtig an dieser Montage ist, dass die Schnur zwischen Blei und Stopper mindestens doppelt so lang ist wie die Wassertiefe und dass Blei und Proppen so aufeinander abgestimmt sind, dass die Strömung das Blei langsam über den Grund schleift (deutlich langsamer als die Fließgeschwindigkeit und mit zwischenzeitlichem Stoppen, so dass man die Montage kurz anheben muss, um sie wieder in Bewegung zu setzen). Mit dieser Methode wandert man dann fischend die Au herunter. Erfolgsversprechende Abschnitte können dabei ruhig mehrfach wiederholt werden. (Wie überhaupt nicht viele zurückgelegte Meter den Fisch bringen sondern die intensive Beschäftigung mit dem jeweiligen Wasser.)

Bei einem Biss stößt dann der Proppen mehrfach und schnell gegen die Strömung. Damit der Anhieb danach nicht ins Leere geht, muss man den Schwimmer stromabwärts umlaufen und anschlagen, sobald man Fühlung hat.

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Balken
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