Das Einfachste am Zanderangeln ist das Wissen darüber, wo man dem Zander am besten nachstellen soll: An Scharkanten, Brückenpfeilern, versunkene Bäumen, Unterwasser-Ruinen oder untergegangenen Autowrack. Wer solche Stellen in einem Zandergewässer kennt, fängt mit Sicherheit seine Fische. Wer solche Stellen nicht kennt, hat ein ernstes Problem: Wo versteckt sich ein untergegangener Baum in einem trüben Gewässer? Wie findet man unter Wasser eine Ruine, wenn man über Wasser kein Boot hat oder im Boot kein Echolot, um durch trübes Wasser zu sehen? Eine Methode ist: Solange Twister und Gummifische durchs Wasser zu ziehen, bis man Stellen findet, an denen sie ständig abreißen. Dort steht dann der Fisch. Diese Methode dauert Jahre und freut den Fisch, weil er in Ruhe aufwachsen kann und nicht gestört wird in seiner Jugend. Außerdem freut es mich -   oder jeden anderen Angelgeräte-Verkäufer Eures Vertrauens.

Besser ist: Schauen wo andere Angler einen Fisch aus dem Wasser ziehen. Dort steht auch der Rest seiner Sippe. Und sollte die ganze Sippe verschwunden sein, dauert es meist nicht sehr lange, bis ein neuer Trupp die Wohnung besetzt.

Ihn dann zu fangen, ist weniger schwer als die meisten denken. Z.B. ist es ein Irrglaube, dass der Zander nur in der Dunkelheit beißt. In seinen Unterständen frisst der den ganzen Tag - sofern die anderen Bedingungen stimmen, die allerdings von Gewässer zu Gewässer stark differieren. Mal ist es die Strömung, die über das Beißverhalten des Zanders entscheidet, mal sind es die Sprungschichten und woanders ist es wieder die Trübung des Wassers.

Darüber hinaus verlässt er manchmal seinen Standort, um mit der ganzen Sippe jagen zu gehen. Meistens passiert dies in der Stunde vor Sonnenuntergang. Dann hält er sich im Mittelwasser (und manchmal auch im Flachwasser) auf, weshalb es am Besten ist, ihn dort mit einem Schwimmwobbler nachzustellen.

Sonst sind die besten Köder nach meiner Erfahrung Twister und Gummifische zwischen 5 und 12 cm, wobei 7,5 cm eigentlich unter allen Bedingungen funktioniert. Bei trübem Wasser haben sich weiße, knallgelbe oder Japan-rote Farben bewährt. Bei klarem Gewässer sind eher naturfarbene, blaue und braune Köder erfolgreich. Aber wichtiger als die Farbe ist in jedem Fall das Verhältnis von Bleikopf und Gummi. Der Kopf sollte so leicht sein wie möglich und so schwer sein wie nötig, dass er den Köder in der jeweiligen Strömung gerade noch sicher zu Boden bringt. Und der Gummischwanz sollte so beschaffen sein, dass er sich beim Fallen deutlich bewegt und das ganze Ensemble so sehr abbremst, dass es langsam zu Boden gleitet.

Am Zweitwichtigsten ist die Geschwindigkeit, mit der man den Köder bewegt. Nämlich ungefähr so schnell, dass man pro Wurf locker eine Flasche Bier leeren könnte. (Oder so ähnlich).

Und am Allerwichtigsten ist, dass man zu jedem Zeitpunkt die perfekte Führung hat. Dass man spürt, ob der Köder gerade durch ein Pflanzenfeld pflügt, und wie der Grund beschaffen ist, auf den er gerade fällt, und ob sich der Gummischwanz richtig bewegt in der Strömung. Dazu braucht man eine geflochtene Schnur - am Besten die Fireline 0,12 - und eine harte Rute zwischen 2,70 und 3,15 m mit einem Wurfgewicht zwischen 30 und 70 Gramm. Der Rest ist die Bereitschaft, auch dort zu angeln, wo's wehtut. Was die abgerissenen Köder betrifft.

 
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