Es soll Menschen geben, die bei einem Put-&-Take-See verächtlich die Nase rümpfen, weil das Fischen dort ungefähr so funktioniert wie "Erdbeeren zum Selberpflücken": Karte Kaufen, ans Wasser stellen und dann lauter Fische aus dem Teich kurbeln, die der Besitzer des Sees erst vor einem Tag dort hineingekübelt hat. Wie Disney-Park ungefähr: Nichts ist echt, überall Menschenmassen und selbst die Natur ist nicht wirklich Natur sondern sieht nur so aus als wäre sie welche.

An diesen Klischees stimmt fast gar nichts. Richtig ist nur, dass die Fische dort noch nie einen wilden Fluss gesehen haben und dass sie auch noch nie nach ihrem Futter jagen mussten, weil es sowieso jeden Tag um dieselbe Zeit am selben Ort über einen Futterautomaten in Form von Pellets ins Wasser rauscht.

Das allerdings macht das Angeln dort nicht eben leichter. Denn einerseits muss man die Fische für etwas Essbares begeistern, das sie nicht kennen. Und andererseits haben die Biester schon so viele Angelköder mit Schnüren gesehen, die alle nicht Gutes bedeutet hatten, dass sie mittlerweile etwas vorsichtiger geworden sind.

Deshalb erkennt man die Spezialisten an den Angelseen daran, dass sie mit einem Gerät angeln, das eigentlich zu fein ist für die großen Kaliber.

Der normale Angler an einem Angelsee ist aber kein Spezialist. Sondern einer, der sich noch nicht durch die bürokratischen Mühlen der Landesfischereiverbände mit ihren Fischereiprüfungen gekämpft hat aber trotzdem mal angeln will.

Ihm empfehle ich:

• Eine Rute für alle Gelegenheiten, zwischen 3,30 m und 3,50 m lang, nicht zu hart, mit einem Wurfgewicht zwischen 20 und 40 Gramm. Damit ist Grundangeln, Posenfischen, Schleppen und sogar Spinnfischen möglich.

• Eine Stationärrolle, 30 Größe, bespult mit einer 0,26er Schnur und einem 8 - 10 Haken, gebunden an einem 0,24er Vorfach. (Der Spezialist dagegen fischt mit einem 0,18er Vorfach und kriegt damit doppelt so viele Fische an seinen Haken. Das würde der Nicht-Spezialist dann auch schaffen. Aber dann kriegt er keinen dieser Fische an Land und das ist weder für den Fisch noch für den Angler erquicklich. Deshalb: Beim Hakenkauf ganz besonders auf das Vorfach achten, weil gleiche Hakengrößen mit unterschiedlichen Vorfachstärken angeboten werden.)

• Die besten Köder am Angelsee sind: Powerbait, Bienenmaden, Fleischmaden, Mehlwurm, Rotwurm, Streamer (Nassfliege), Trockenfliege, Spinner. In dieser Reihenfolge.

• Weiteres Zubehör: Auftriebskugeln aus Styropor, Grundbleie, lange und kurze Vorfächer, Wirbel und Wirbelketten, Wasserkugeln und Spirolinos Eine einfache Montage für den Anfang ist folgende:

Ansonsten geht es auch am See darum, die Natur zu lesen: Die Wege der Fische und ihre Beißstunden zu verstehen und die Kanten zu finden, an denen sie stehen, Und wenn sie dann an der Oberfläche nach Fliegen schnappen, hat es auch hier keinen Sinn einen Spinner durchs Mittelwasser zu ziehen.

Deshalb sind solche Seen in meinen Augen die beste Angelschule. Auch weil sie öfter mal einen kapitalen Fisch als Belohnung bereit halten für denjenigen, der alles richtig macht. (Öfter jedenfalls, als jedes andere Wasser.)
 
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